Über mich

Systemisches Coaching seit 2009 – Einzel- und Gruppenbegleitung bei psychischer Gewalt,
Schulung von Fachkräften in traumasensibler Praxis und Familienmediation.

Anna Rhoer Stenker

Warum ich von "narzisstischem Missbrauch" zu "Coercive Control" gekommen bin

In Deutschland wird das Phänomen, mit dem ich arbeite, meist als "narzisstischer Missbrauch" bezeichnet. Ich habe diesen Begriff lange selbst verwendet – bis ich verstand, warum er das Problem nicht richtig fasst.

"Narzisstischer Missbrauch" lenkt den Fokus auf die Persönlichkeit des Täters. Es klingt nach Diagnose, nach Psychologie, nach individueller Störung. Aber es erklärt nicht das System der Kontrolle, das dahinter liegt.

Coercive Control hingegen beschreibt präzise, was tatsächlich geschieht: systematische Kontrolle durch ein Muster aus Isolation, Überwachung, Demütigung, Einschüchterung und Manipulation. Es ist kein psychologisches Konzept, sondern ein rechtlicher Begriff, der in Ländern wie Großbritannien, Schottland, Irland und einigen US-Bundesstaaten bereits als Straftatbestand gilt.

Coercive Control ist messbar. Es ist dokumentierbar. Und es ist unabhängig davon, ob der Täter eine Persönlichkeitsstörung hat oder nicht.

Deutschland hinkt hier hinterher – rechtlich, institutionell und begrifflich. Solange wir von "narzisstischem Missbrauch" sprechen, bleiben wir in einer psychologisierenden Sprache, die Institutionen nicht hilft, Betroffene nicht schützt und Täter nicht zur Verantwortung zieht.

Meine Arbeit zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen – durch Aufklärung, durch Sensibilisierung und durch die konsequente Verwendung eines Begriffs, der das Problem beim Namen nennt.

Was ich tue

Ich leite seit 2009 A.R.S. Coaching & Mediation (ehemals "ARS Hypnose Berlin") und arbeite heute mit dem Schwerpunkt psychische Gewalt und Coercive Control.

Meine Arbeit hat zwei Seiten:

Mit Einzelpersonen

Ich arbeite stabilisierend, aufklärend und orientierend. Ich begleite Menschen, die verstehen möchten, was ihnen widerfahren ist – und die wieder Zugang zu ihrer eigenen Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit finden wollen. Ich arbeite systemisch, ressourcenorientiert und mit Methoden, die sich über Jahre bewährt haben.

Mit Fachkräften und Institutionen

Ich arbeite sensibilisierend und analysierend. Ich schule Coaches, Therapeut:innen, Mediator:innen, Jugendämter, Verfahrensbeistände und Richter:innen darin, die Mechanismen von Coercive Control zu erkennen – auch wenn sie nicht offensichtlich sind. Ziel ist, zur Reflexion anzuregen und Sensibilität dafür zu entwickeln, wie Interventionen bei Unsicherheit gestaltet werden können – um das Risiko unbeabsichtigter Retraumatisierung oder Gefährdung zu verringern.

Wie ich arbeite

Ich verbinde systemisches Denken mit Aufklärung über Machtdynamiken und psychische Gewalt. Meine Arbeitsweise ist analytisch, strukturiert und gleichzeitig achtsam für die emotionalen Ebenen, die oft unter der Oberfläche liegen.

Ich biete Raum für Reflexion und Orientierung, erkläre Zusammenhänge und unterstütze dabei, Muster zu durchschauen. Die Veränderung selbst geschieht im Menschen – ich halte den Rahmen dafür.

Meine Methoden umfassen systemische Gesprächsführung, hypnosystemische Visualisierungen und bilaterales Tapping. Ich nutze, was funktioniert – ohne ideologische Scheuklappen.

Was mich antreibt

Ich habe in den letzten Jahren intensiv recherchiert – international, interdisziplinär, evidenzbasiert. Ich verfolge rechtliche Entwicklungen in Ländern, die Coercive Control bereits als Straftatbestand anerkennen. Ich lese Studien, analysiere Implementierungsstatistiken und setze mich kritisch mit institutionellen Strukturen auseinander, die Betroffene oft mehr gefährden als schützen.

Was mich antreibt, ist die Überzeugung, dass psychische Gewalt verstanden werden kann. Dass Klarheit Orientierung schafft. Und dass Institutionen, Fachkräfte und Betroffene selbst lernen können, diese Dynamiken zu erkennen und anders damit umzugehen.

Für wen ich arbeite

Für Menschen, die in oder nach Beziehungen stehen, in denen psychische Gewalt und Kontrolle stattgefunden hat – in Liebesbeziehungen, Familie oder beruflichen Kontexten.

Für Fachkräfte und Institutionen, die ihre Wahrnehmung schärfen und ihre Prozesse hinterfragen möchten – weil sie verstanden haben, dass gut gemeinte Interventionen manchmal das Gegenteil bewirken.

A.R.S. Coaching & Mediation

A.R.S. steht für meinen Namen: Anna Rhoer Stenker.

Das Unternehmen hieß ursprünglich "ARS Hypnose Berlin" und trug Hypnose im Namen, weil hypnosystemische Methoden von Anfang an zentral in meiner Arbeit waren. Sie sind es bis heute – als Werkzeuge, die funktionieren.

Was sich verändert hat, ist der thematische Schwerpunkt: von allgemeiner Coaching-Arbeit hin zur Spezialisierung auf psychische Gewalt und Coercive Control. Die Methoden sind geblieben. Der Fokus ist präziser geworden.

Möchten Sie mehr über meine Arbeit erfahren?